„Der Marathon Hannover macht Inklusion erlebbar“


Das Laufen begleitet André Kwiatkowski nicht erst, seit er Präsident des LandesSportBundes Niedersachsen (LSB) ist. Der frühere Orientierungsläufer ist auch seit dem Ende seiner aktiven Karriere regelmäßig in Laufschuhen unterwegs und war schon mehrfach Staffelläufer für die Heiner-Rust-Stiftung. Mit einem LSB-Team wird er am 12. April 2026 wieder dazu beitragen, dass die Stiftung und das Thema Inklusion bei Niedersachsens größter Laufsportveranstaltung hautnah erlebbar werden.

André, wie oft bist du schon beim Hannover-Marathon mitgelaufen?
Ich glaube, insgesamt war ich jetzt vier- oder fünfmal beim Marathon Hannover im Rahmen der Heiner-Rust-Stiftung dabei. Schon vor meiner Zeit als LSB-Präsident bin ich über den damaligen Geschäftsführer des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen angesprochen worden, ob ich nicht für die Stiftung mitlaufen möchte. Inzwischen stellen wir ein oder zwei Staffeln aus LSB-Präsidium, Mitarbeitenden und dem Innenministerium und nutzen das Ganze auch, um die Stiftung sichtbarer zu machen.

Aus welcher persönlichen Motivation heraus läufst du in einer der Heiner-Rust-Staffeln mit?
Für mich ist die Staffel eine schöne kleine Challenge, die sich vom normalen Laufen unterscheidet, weil man als Team unterwegs ist und gemeinsam ein Ziel verfolgt. Obwohl ich mir im Alter von 45 Jahren ganz bewusst abgewöhnt habe, ständig auf die Uhr zu schauen, ist dieses Kribbeln, wenn es ein bisschen um Leistung geht, immer noch da. Gleichzeitig finde ich es wichtig, da zu sein, wo die Menschen Sport treiben, für die wir als Funktionäre ja arbeiten – mitten im Geschehen, nicht daneben.

Welches persönliche Ziel verfolgst du am Marathontag auf deiner Etappe?
Mein persönliches Ziel ist, die Strecke mit Freude zu laufen, das Wettkampfgefühl noch einmal zu spüren und gleichzeitig möglichst viel von der Atmosphäre rechts und links der Strecke aufzunehmen. Ich will nicht in erster Linie Zeiten jagen, sondern die Begegnungen unterwegs erleben – von der Mutter mit dem Babyjogger bis zum Polizisten in voller Montur. Das gelingt am besten, wenn die Uhr nicht im Mittelpunkt steht, sondern die Menschen und das gemeinsame Sporterlebnis.

Welche Bedeutung haben aus deiner Sicht die Staffeln für die Heiner-Rust-Stiftung?
Die Staffeln sind ein sehr gutes Instrument, um die Heiner-Rust-Stiftung sichtbar zu machen, auch wenn es natürlich im Vergleich zur gesamten Großveranstaltung zahlenmäßig nur ein kleiner Teil ist. Durch das einheitliche Trikot, den gemeinsamen Pavillon und den Auftritt auf der Bühne, wo am Ende der Spendenscheck an die Stiftung überreicht wird, entsteht ein wiedererkennbares Bild, das sich über die Jahre etabliert hat. In den Wechselzonen, auf der Strecke und im Ziel kommen Menschen ins Gespräch, fragen nach der Stiftung und tragen das Thema weiter in ihre Vereine und Netzwerke hinein.

Warum unterstützt der LSB die Heiner-Rust-Stiftung mit diesem Engagement?
Die Ziele der Heiner-Rust-Stiftung, insbesondere im inklusiven Sport, decken sich in weiten Teilen mit unseren eigenen Zielen und unserem Masterplan Inklusion. Hinzu kommt, dass Heiner Rust eine sehr prägende Persönlichkeit für den Behindertensport in Niedersachsen und für den Behinderten-Sportverband Niedersachsen war, der ja Mitglied im LSB ist. Mit dem Marathon Hannover, der Stiftung und den handelnden Personen vor Ort haben wir eine ideale Konstellation, in der wir als starker Partner auftreten und das Thema inklusiver Sport gemeinsam nach vorn bringen können.

Warum ist der Marathon Hannover für die Förderung des Behindertensports eine geeignete Veranstaltung?
Der Marathon Hannover vereint Spitzensport, Breitensport, Stadtgesellschaft und gemeinnützige Anliegen wie Inklusion und Jugendarbeit an einem Wochenende in der ganzen Stadt. Hunderttausende Menschen kommen zusammen, treiben Sport, sind draußen, reden miteinander. Und das alles in einer friedlichen Atmosphäre, die zeigt, welche verbindende Kraft der Sport hat. In diesem Umfeld können die Themen Behindertensport und Inklusion sehr anschaulich und positiv erlebt werden, weil Menschen mit und ohne Handicap und mit ihrer ganz persönlichen Geschichte selbstverständlich gemeinsam Teil der Veranstaltung sind.

Wie erlebst du die Stimmung unter den Staffelläufer*innen?
Die Stimmung unter den Staffelläufer*innen ist ausgesprochen positiv, kollegial und von großer Vorfreude geprägt. In den Wechselzonen hat man Zeit zum Schnacken, lernt Menschen aus Betriebssportgruppen, Vereinen oder anderen Organisationen kennen und spürt das gemeinsame Ziel, zusammen etwas zu schaffen. Besonders im Umfeld der Heiner-Rust-Staffeln entsteht dabei das Gefühl, zu einer großen Gemeinschaft zu gehören, in der man sich gegenseitig unterstützt und anfeuert.

Welche besonderen Begegnungen beim Marathon Hannover sind dir bisher im Gedächtnis geblieben?
Sehr eindrücklich war für mich der Lauf neben einem Polizisten in voller Schutzmontur, mit dem ich mich intensiv über die Rolle der Polizei in der Gesellschaft und das Thema Staatsmacht unterhalten habe. In einem anderen Jahr habe ich in der Wechselzone mit zwei jungen Müttern aus dem Betriebssport über die Vereinbarkeit von Beruf, Familie, Sport und Ehrenamt gesprochen, was mich nachhaltig beschäftigt hat. Und ein 82-jähriger Halbmarathonläufer, der mir während eines Abschnitts seine persönliche Geschichte vom Laufen nach einem Todesfall in der Familie erzählt hat, ist mir besonders nahegegangen. Das alles zeigt, wie viele Emotionen bei so einem Lauf mitschwingen.

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